REKLAM TEST HEADER
Monday, November 30, 2020

Deutschland ist eine Exportnation. Da es ein rohstfoffarmes Land ist, ist es zugleich eine Importnation. Deshalb ist die Internationalisierung bzw. Globalisierung für deutsche Unternehmen sowohl auf den Absatz – als auch Beschaffungsmärkten ein entscheidender strategischer Wettbewerbsfaktor.

Die verhältnismäßig hohe Abhängigkeit von internationalen Märkten zeigt sich auch an den Umsatzstrukturen deutscher Unternehmen. Unternehmen, die auf internationalen Märkten geschäftstätig sind, erzielen höhere Umsätze und beschäftigen mehr Mitarbeiter als Unternehmen, die nur im Inland agieren. Globale Märkte, sind für die deutsche Wirtschaft bzw. für deutsche Unternehmen die wichtigsten Lebensader. Gerade in Zeiten der anhaltenden Globalisierung und weitgehend gesättigten Inlandsmärkte sind Unternehmen, insbesondere die klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU ‘s), darauf angewiesen ihre Geschäftstätigkeit zu internationalisieren, um den Fortbestand des Unternehmens sowie die Rentabilität zu sichern.

International tätige KMU ‘s weisen eine jährliche Wachstumsrate von 7 % auf, wobei die Wachstumsrate der nicht international tätigen Unternehmen gerade mal 1 % beträgt. Das bedeutet, dass langfristig die Wettbewerbsfähigkeit und Existenz der Unternehmen, die nur national operieren, erheblich gefährdet ist. Allein die Zahl der deutschen Exportunternehmen stieg in den Jahren von 1994 bis 2003 um 14,6 %. Dieser Anstieg belegt eindeutig, dass deutsche Unternehmen die Notwendigkeit einer Internationalisierung und die Bedeutung internationaler Märkte rechtzeitig erkannt haben und sich vermehrt auf dem internationalen Parkett engagieren. “Nur Unternehmen, die sich “global integrieren” besitzen eine Überlebenschance” heißt die Devise im Zeitalter der Globalisierung. Damit ist die Globalisierung für Unternehmen überlebensnotwendig geworden.

Going International” aber wie?

Ein Globalisierungsstrategie kann nur dann erfolgreich umgesetzt werden, wenn sie an das jeweilige Unternehmen optimal angepasst wird. Vor- und Rückkoppelungsprozesse müssen genaustens untersucht werden. Die bisherige Unternehmensentwicklung, die Realisierungschance der zukünfitgen Visionen, Stärken und Schwächen (SWOT) müssen analysiert und auf den Realitäts- Umsetzungsgehalt hin überprüft werden. Eine optimal angepasste Globalisierungsstrategie und die SWOT – Analyse bilden die primären Voraussetzungen für die Entscheidung für eine globale Unternehmenstätigkeit.

Eine genauso wichtige Bedingung stellt die Motivation der Führungskräfte und Mitarbeiter eine Globalisierungsstrategie bzw. Globalisierungsvorhaben mitzutragen. Die Unterstützung der Mitarbeiter muss gesichert werden. Eine erfolgreiche Globalisierung kann nur dann erfolreich umgesetzt werden, wenn alle “an einem Strang” ziehen. Ein Globalisierungsprozess ist ein sehr komplexer Prozess und ist mit vielen nicht kalkulierbaren Risiken verbunden. Deshalb sind Führungskräfte und Mitarbeiter aufgefordert zusätzliche Aufgaben zu übernehmen.

Globalisierungstrategie und entscheidungsrelevante Unternehmensbereiche

Finanzierung der Auslandsaktivitäten, die notwendigen Inverstitonen in Sach-und Personalentwicklung (Human Capital) müssen geplant und bereitgestellt werden. Länder-, Branchen- und Konkurrenzanalysen in den jeweiligen Zielmärkten müssen ebenso in Betracht gezogen werden. Informationen über rechtliche Bestimmungen, “local content”- und Rechnungslegungsvorschriften im Rahmen des “International Financial Reports” sowie Unternehmensform müssen im Voraus in Erfahrung gebracht und analysiert werden. Falls für diese Aufgaben die notwendigen internen Qualifikationen fehlen, und diese durch den eigenen Personalbestand nicht zu decken sind, müssen diese Aufgaben auf die externen sachkundigen Experten, Länderspezialisten und Berater übertragen und diese in den Globalisierungsprozess des Unternehmens integriert werden.

Allgemeine Managementkapazitäten, Qualifikation und Anzal der Mitarbeiter, Organisationstruktur, Finanzierungs- und Investitionsbedarf müssen einer strengen Prüfung unterzogen werden. Bei all den unternehmensinternen und externen Analysen und Prüfungen muss das vorrangige Ziel nicht außer Acht gelassen werden, dass Globalisierung eine strategische Chance ist, um das Unternehmen áuf dem Weltmarkt zu positionieren.

In Anlehnung an: Beschorner, D. / Stehr, C: Betriebsberater, 2007

 

 

Formen der Internationalisierung bzw. der Markbearbeitung

Die Internationalisierungsformen lassen sich grob in drei Segmenten aufteilen:

1) Außenhandelsgeschäfte: dieses beinhaltet Importe, indirekte- und direkte Exporte. Bei dieser Form ist der Involvierungsgrad am niedrigsten. Die Risiken sind überschaubar. Diese klassische Form eines internationalen Engagements wird wegen der geringeren Kapital- und Ressourcenbindung und weniger Risiken sehr oft von klein- und mittelständischen Unternehmen als eine erste Zugangsform zu internationalen Märkten bevorzugt.

2) Kooperative Marktbearbeitungsformen: Lizenzvergabe an ein im Ausland tätiges Unternehmen. Immaterielle Vermögensgegenstände werden anhand vertraglicher Bestimmungen an einen ausländischen Lizenznehmer überlassen. Franchising ist der Lizenzierung sehr ähnlich, im Gegensatz zur Lizenzierung wird hier einem ausländischen Franchisingnehmer ein gesamtes Businessformat überlassen. Häufiger und insbesondere bei den klein- und mittelständischen Unternehmen ist die Form des Joint Ventures anzutreffen. Hier erfolgt die Internationalisierung aufgrund einer Kapitalbeteiligung und durch die Teilung der Geschäftsführung bei einem bereits im Ausland tätigen Unternehmen. Es handelt sich um eine dauerhafte zwischenbetriebliche Kooperation mit Kapitalbeteiligung. Bei der Form der Vertragsfertigung werden Teile der Produktion an einem im Ausland ansässigen Unternehmen übertragen.

3) Marktbearbeitungsform mit Kapitalbeteiligung: wenn ein Unternehmen eine Niederlassung oder eine Tochtergesellschaft im Ausland gründet, bedeutet dies ein langfristiges Engagement. Dieser Form der Internationalisierung bzw. Globalisierung ist mit sehr hohem Kapital und Personalaufwand verbunden. Aus diesem Grund ist es für klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) nicht immer eine optimale Marktbearbeitungsform. Dieser Form ist eher für verhältnismäßig größere Unternehmen ein geeignetes Instrumentarium, um internationale Märkte größere zu bearbeiten.

Wie bereits im Rahmen dieser Artikel deutlich wurde; ein Globalisierungsvorhaben ist eine sehr komplexe Herausforderung und somit mit vielen Risiken verbunden. Deshalb wären Unternehmen, insbesondere die KMU’s und ihre Führungskräfte gut beraten, die Globalisierungsstrategien gründlich durchzudenken, um sich für eine optimal geeignete Strategie zu entscheiden.

Stufen der Internationalisierungsformen

Quelle: Gutmann / Kabst, Internationalisierung im Mittelstand, S. 17, 2000.

Most Popular